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  memphis      

mailänder gruppe von möbel-, textil- und keramikentwerfern sowie deren kollektion und firma [1981-88];

mit m. gelang der weltweite durchbruch des nachfunktionalistischen designs. die designgeschichte der nachkriegszeit kann fraglos in vor und noch m. unterteilt werden. der name entstand in anlehnung an den "memphis blues" des popsängers bob dylan. mit  ettore sottsass als senior-vordenker, barbara radice als theoretikerin und einer gruppe von internationalen jungen designern verschmolz m. formale anregungen sämtlicher weltkulturen und zeiten zu einem lebensfrohen, farbigen neuen stil. dieser brach in nachfolge von alchimia endgültig mit dem  funktionalismus, aber auch mit den antiindustriellen tendenzen des radical design. m. kann so als der reife manierismus des antidesign der 60er und 70er jahre verstanden werden. die banale plastikwelt der 50er und 60er jahre und die theorien der postmoderne wurden in einem feuerwerk der formen fusioniert. die nachhaltigste wirkung hatten dabei die dekors der laminate [abet laminati], vor allem "bakterio" von sottsass, das einem blick ins mikroskop entnommen zu sein scheint. kokken, spirillen, sporen wimmelten über die oberflächen der möbel und gebrauchsgegenstände. die statik wurde auf den kopf gestellt ' die funktionen waren keineswegs immer eindeutig. der m.-stil dominierte fast konkurrenzlos die 80er jahre. die preise wurden bewußt hoch angesetzt, um die kollektion in einen medien-kultstatus zu erheben. die 1. m.-kollektion wurde 1981 vorgestellt. mit finanzieller unterstützung der firma artemide geriet die internationale präsentation auf messen, durch zeitschriften und elektronische medien zu einem triumphzug der neuen, witzigen ideen gegenüber der als trist und verbraucht empfundenen - formensprache der 70er jahre sowie den hochfunktionalen produkten in der tradition der hfg, ulm. gegen ende der 80er jahre, unter dem eindruck einer erdrückenden anzahl von schlechten m.-kopien aus aller welt und der besinnung auf die neue bescheidenheit, nahm der einfluß von m. spürbar ab. demnach wird diese zehn jahre währende spielart des designs als eigene stilepoche in die geschichte eingehen. entwürfe für m. von martine bedin, thomas bley, andrea branzi, beppe caturegli, aldo cibic, michael graves, bruno gregori, hans hollein, massimo isoa-ghini, arata isozaki, terry jones, shiro kuramata, michele de lucchi, javier mariscal, alessandro mendini, paolo navone, nathalie du pasquier, peter shire, ettore sottsass, george james sowden, gerard taylor, matteo thun, masanori umeda, marco zanini, marco zanuso jr. u. a, 1986 wurde die kollektion >>twelve new« vorgestellt, in der junge entwerfer im stil von m. arbeiteten. aus m. ging 1988 die kollektion meta memphis hervor, die wieder eine deutliche tendenz hin zur kunst spüren läßt. 1991 wurde die glaskollektion memphis »extra« ins leben gerufen. entwürfe u. a. von luigi serafini und  herbert jakob weinand.

 
                   
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